Archiv 2018

25.05.2018

Mai-Lesung in der RvB-Bibliothek Bennigsen

„Im wunderschönen Monat Mai, als alle Knospen sprangen“, lasen auch in diesem Jahr die Literaten von WORTART eigene Texte zur Freude ihrer Zuhörer und auch zum eigenem Vergnügen. Bei einem kühlen Glase trockenen Weißweins, wie immer von Elvira und Hartmut Rieck kredenzt, ließen sich die Zuhörerinnen und Zuhörer noch lieber von den launischen, nachdenklichen, spannen-den, unheimlichen und humorvollen Texten von Harald Peter Malz und Karlfried Rose fesseln und unterhalten.
Malz stellte zu Beginn einige Sequenzen seines sozialkritischen Roman-Vorhabens „Nowak“ in der ihm eigenen humorvoll-nachdenklichen Art vor, dann folgte die Geschichte einer Fahrradtour, die sich ein wenig hektisch entwickelt, als plötzlich der Autoschlüssel des zu Beginn abgestellten Fahrzeugs vermisst wird. In „Dialog mit meinem Frosch“ schilderte er sein vertrautes Verhältnis zu dem Frosch, der im Garten des ehelichen Hauses im dortigen Tümpel sein Zuhause gefunden hat.

„Was wäre dann?“ fragte Rose eindringlich in seinem Text zum Massaker in Florida, das 17 Schulkindern zu Beginn des Jahres das Leben kostete. Die tiefe Betroffenheit seiner Zuhörer darauf versuchte er mit einer Glosse über den eigenen, altersbedingten Schrumpfungspro-zess aufzulösen. Dann las er seine neueste Geschichte, einen Kurzkrimi: „Das Haus am See“. Nach der Pause folgten 2 Geschichten, die sich sowohl der Rubrik „Mann und Frau“ wie auch den „Unheimliche Geschichten“ zuordnen lassen, als Gute-Nacht-Geschichten eigentlich nicht so gut geeignet.
Nach dem herzlichen Applaus der Gäste für die beiden Autoren erfreute Hartmut Rieck sie mit einem Dankeschön des Fördervereins Rudolf-von-Bennigsen in Form eines edlen Tropfens, Weißwein aus dem Elsass.
Am 07.September 2018 wird wieder einmal Petra Hartmann in der RvB-Bibliothek zu hören sein: Sie liest dann aus ihrem Abenteuerroman „Das Serum des Doctor Nikola“ vor. Der Roman spielt kurz nach dem „Schwarzen Freitag“ 1927 in Berlin und dreht sich um Börsenspekulationen und eine skurrile Sekte.

[Text: Karlfried Rose, Fotos: Gabriele Rose]

26.01.2018

Gabriele Rose: Leben und lyrisches Werk von Eduard Mörike

Die erste Lesung im dreizehnten Jahr der Veranstaltungsreihe „Literatur im Bahnhof“ des Fördervereins Rudolf von Bennigsen hatte den deutschen Lyriker, Erzähler und Übersetzer Eduard Mörike zum Thema. Gabriele Rose von der Gruppe „Wortart – Springer Literaten & Co.“ berichtete über das Leben Mörikes und bezauberte die etwa dreißig Zuhörerinnen und Zuhörer mit der einfühlsamen Rezitation bekannter und auch weniger bekannter Gedichte des schwäbischen Dichters.

Die meisten Menschen verbinden mit dem Namen Mörike das Bild eines gemütlichen, etwas weltfremden und mü­den Biedermeiermenschen im Habit des evangelischen Pfarrers, eines Idyllenschreibers und Einsiedlers, der zurückgezogen und etwas unbeholfen in seiner weltabgeschiedenen Pfarre getreulich, mitun­ter ein bisschen nachlässig seinen Dienst versah. Kaum mag man glauben, dass Mörike ein ver­heirateter Mann war, Vater zweier Töchter, denn Zeugungskraft passt nicht zum Bild des ein Leben lang von allerlei Krankheiten und Kränkeleien geplagten Mörike.
Gabriele Rose zeigte den Menschen hinter dieser Fassade mit all seinen Brüchen, Ängsten, Selbstzweifeln und charakterlichen Eigenarten und Mängeln, aber auch einen Menschen, dessen einziger Lebenswunsch und dessen Bestimmung es war, das Leben eines Dichters ohne die Fesseln eines einengenden Broterwerbs zu leben. Aber wahrscheinlich waren es gerade diese Unzulänglichkeiten und Konflikte, die ihn einerseits gesundheitlich belasteten, andererseits ihn auch zum Schreiben drängten.


Wieder einmal wurde es ein Abend, der vielen neue Kenntnisse und Eindrücke vermittelte, andererseits aber auch im gelösten Miteinander von Referentin und Zuhörenden und Fragenden seinen besonderen Reiz entfalten konnte. Ein Glas trockenen Weißweins, wie immer von Hartmut und Elvira Rieck kredenzt, trug zum Gelingen des Abends bei.

Herzlicher Beifall aller Anwesenden dankte Gabriele Rose am Schluss ihres Vortrages, ein kleines Dankeschön in Form eines „Schäumers“ gehörte auch dazu.

[Foto: Elvira Rieck; Text: Karlfried Rose]

Die Referenten


 

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